Wien (OTS) – Die Gewerkschaft vida begrüßt die heute, Freitag,
präsentierte
Logistikstandortstrategie des Bundesministeriums für Innovation,
Mobilität und Infrastruktur (BMIMI). Positiv hervorzuheben sei
insbesondere der Anspruch, die Logistik als zukunftsfähige Branche
mit attraktiven Arbeitsbedingungen weiterzuentwickeln.
Letztlich sind es die Beschäftigten – darunter über 233.000 im
Verkehrs- und Transportsektor – die die Logistik in Österreich am
Laufen halten. Ohne sie steht das Land. Daher mahnt die vida rasche
Umsetzungsschritte ein. „Es ist erfreulich, dass Probleme, auf welche
die Gewerkschaft vida seit Jahren aufmerksam macht, endlich konkret
benannt werden. Jetzt dürfen die positiven Absichtserklärungen aber
nicht in der Schublade verschwinden“, pocht Markus Petritsch,
Vorsitzender des vida-Fachbereichs Straße, auf eine rasche Umsetzung.
Ein besonders gravierender Missstand sei die nach wie vor
fehlende soziale Infrastruktur für LKW-Lenker:innen. Die Asfinag habe
grundsätzlich eine brauchbare Anzahl an Rastplätzen, aber die
Ausstattung dieser lasse oft zu wünschen übrig, so Petritsch weiter.
„Egal ob entlang von Autobahnen, in Gewerbeparks oder im
städtischen und ländlichen Raum – vielerorts fehlen kostenlose
Toiletten, Duschen und Waschräume. Ebenso fehlt eine ausreichende
Zahl an rechtlich abgesicherten Abstellplätzen, Möglichkeiten zur
Konsumation von kostengünstigen Mahlzeiten, Lärmschutz und Schatten,
damit Ruhezeiten auch tatsächlich zur Regeneration und Erholung
genutzt werden können. Schnell nur einmal aufs Klo rennen zu können,
das ist keine richtige Erholung. Unsere Forderungen sind kein
Luxusproblem, sondern eine Frage der Würde und der guten
Arbeitsbedingungen“, betont Petritsch, dass die Gewerkschaft vida
seit Jahren auf die mangelhafte Infrastruktur für Berufslenker:innen
hinweist.
Auch beim Thema Kontrollen sieht die vida dringenden
Handlungsbedarf. „Mehr wirksame Kontrollen bedeuten mehr Sicherheit
und Fairness auf der Straße – für Beschäftigte, redlich
wirtschaftende Unternehmen, Anrainer:innen und auch für die
Steuerzahler:innen“, so Petritsch.
Insbesondere müsse die behördliche Zusammenarbeit bei Kontrollen
erleichtert und damit verbessert werden – und ein stärkerer Fokus auf
mögliche Unterentlohnung von Fahrer:innen gerichtet werden: „Vor
allem bei Fahrten von Unternehmen aus dem Ausland ist Lohn- und
Sozialdumping ein großes Problem. Es müssen mit Kontrollen auch die
Löhne und Arbeitsbedingungen unserer heimischen Lenker:innen im
knallharten Wettbewerb mit Dumpinglohn-Ländern geschützt werden“,
betont der vida-Gewerkschafter.
Positiv bewertet die vida auch den in der
Logistikstandortstrategie der Bundesregierung enthaltenen Vorschlag,
soziale Kriterien bei öffentlichen Ausschreibungen stärker zu
verankern. „Verpflichtende soziale Standards bei Vergaben sind ein
erster Schritt in die richtige Richtung. Faire Arbeitsbedingungen
dürfen nicht bloß ein hehres Ziel bleiben, sondern müssen verbindlich
abgesichert werden“, fordert Petritsch.
Für die Gewerkschaft vida steht fest: Die Herausforderungen in
der Logistikbranche sind seit Jahren bekannt. Entscheidend werde nun
sein, wie schnell konkrete Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden,
bekräftigt der vida-Gewerkschafter abschließend.