Bundesanleihen werfen kaum noch Rendite ab und auch wer sein Geld auf einem Tages- oder Festgeldkonto liegen hat, der erhält ebenfalls kaum noch Zinsen. Auch Sparbücher können aufgrund der aktuellen Konditionen keinesfalls empfohlen werden. Die Alternative? Aktien, Fonds oder ähnliche Finanzinstrumente. Doch die Börse hat in Deutschland keinen besonders guten Ruf – vielen Deutschen sind die Geschäftspraktiken der Konzerne suspekt. Zudem lehnt der Großteil der Deutschen die Rendite um jeden Preis ab – man will keine Geschäfte mit Gentechnik, klimaschädlicher Kohle, Tabak oder gar Waffen unterstützen.

Konzerne haben reagiert

Immer mehr Anleger interessieren sich für „nachhaltige Investments“ – es geht ihnen um „bewusste Geldanlagen“. Das wissen auch die Großkonzerne. So hat die Allianz schon vor geraumer Zeit das Geschäft mit den Firmen beendet, die Teile des Umsatzes mit Kohle erzielen. Für den norwegische Staatsfonds sind Tabak- und Rüstungsunternehmen tabu, für die Deutsche Bank etwa Geschäfte mit Kohlekraftwerken und die PNB Paribas unterstützt keine Projekte mehr, die in Verbindung mit dem Abbau von Gas und Öl in Ölsanden und Schiefergestein stehen. Auch von Seiten der Politik wird Druck gemacht – so werden Aktien von Kohlefirmen und Autobauern mit Abschlägen gehandelt, da die Anleger den Übergang vom klassischen Verbrennungsmotor zur E-Mobilität nicht glauben wollen und der Meinung sind, bald komme es zur Verschärfung der CO2-Regulierung.

Environment, Social, Governance

Zudem möchten immer mehr Großanleger mit nachhaltigen Anlagen auch Klagerisiken gegen Atom- oder auch Tabakfirmen ausschließen. Sie filtern daher ihre Portfolios mit sogenannten Nachhaltigkeitskriterien, sodass im Vorfeld schon Gefahren identifiziert werden können. Andere Investoren sind der Meinung, mit einem „grünen Anstrich“ sogar das eigene Image verbessern zu können. Dass natürlich auch Privatanleger immer neugieriger werden und gerne in nachhaltige und saubere Fonds investieren, das ist schon längst kein Geheimnis mehr. Aktuell gibt es um die 430 Fonds – seit dem Jahr 2015 sind 90 neue nachhaltige Fonds, vorwiegend Aktienfonds, hinzugekommen. Dabei achten die Fondsmanager bei der Auswahl der Investments auf die Kriterien Soziales, Umwelt und auf die gute Unternehmensführung – die Rede ist von ESG (Environment, Social, Governance). In der Regel schließen die nachhaltigen Fonds Firmen aus, die mit Suchtmitteln (Alkohol und Tabak), Kernkraft und Waffen Geschäfte machen, Menschenrechte verletzen, an Pornografie verdienen oder auch Gentechnik einsetzen. Auch wenn der Markt für die Privatanleger noch recht klein ist, da der Anteil von nachhaltigen Fonds in Deutschland bei noch unter 2 Prozent liegt, so zeigt der Trend im Bereich des Neugeschäfts aber steil nach oben. Fakt ist: ESG-Anlagen gewinnen extrem an Dynamik.

Nachhaltige Investments bedeuten keinen Renditeverzicht

Wer in nachhaltige Fonds investiert, der sollte auf keinesfalls das Märchen des Renditeverzichts glauben. Zwischen sauberen und herkömmlichen Aktienfonds gab es innerhalb der letzten Jahre kaum Leistungsunterschiede – es muss also keinesfalls eine Entscheidung zwischen Rendite und einem gutem Gewissen getroffen werden.

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