Wohnen

60. Mio Euro aus Budgetmitteln für die Luftfahrt verschaffen dem ominösen Cayman Islands Investor am Flughafen Wien weitere Gewinne.

Wien (OTS) – Die Presse titelt: Regierung stellt 60 Mio. Euro für
Luftfahrt
bereit: Das Geld soll den Sektor stützen, wie die Mittel eingesetzt
werden, ist aber noch nicht entschieden. Die Flughäfen wünschen sich
eine Senkung der – seit Jahren nicht inflationsbereinigten –
Flugabgabe.

Dem Sektor geht es aber nicht schlecht, jedenfalls nicht dem
Flughafen Wien. Der jubelte in seiner Presseaussendung vom März
dieses Jahres zur Bilanz 2025:

„Gute Geschäftsentwicklung mit Umsatzplus von 7,2% –
Nettoergebnis von Ꞓ 210,1 Mio. (2024: Ꞓ 239,5 Mio.) durch
Wertberichtigung 3. Piste belastet – trotzdem Dividendenvorschlag Ꞓ
1,65 auf Vorjahreshöhe.“

Für den Cayman Islands Investor, der über 37,5 Mio Aktien (44,6%)
an der Flughafen Wien AG hält, ergibt dies fast 62 Mio Euro an
Dividenden, die er steuerfrei aus Österreich in die Steueroase Cayman
Islands schaffen kann.

Das Bundesverwaltungsgericht hat im Zuge einer Anfrage von
Aviation Reset gemäß Informationsfreiheitsgesetz festgestellt, dass
der im Wirtschaftsministerium aufliegende Akt über den Cayman
Investor nicht erlaubt festzustellen, wer der Letzteigentümer ist und
wer das Sagen hat (Entscheidung 07.04.2026, GZ W252 2333780-1/ 6E).

Finanzielle Probleme hat immer nur die AUA, deren Chefin Anette
Mann die hohen An- und Abfluggebühren am Flughafen Wien beklagt. Auch
die Ryanair kritisiert diese hohen Gebühren, wobei sie zum Ausgleich
eine Abschaffung der Flugabgabe fordert. Dem scheint die
Bundesregierung jetzt nachkommen zu wollen.

Die von der Regierung gewählte Subventionierung heißt im
Klartext: Statt dem Flughafen Wien auszurichten, dass er – wie jedes
Unternehmen – seine Servicegebühren an die Kunden und den Markt
anpassen muss, wird die Abwälzung der Umwelt- und Klimakosten zu
Lasten der Steuerzahler:innen forciert. In anderen Worten: In welcher
Form auch immer die 60 Millionen Euro fließen, sie werden sich in
erster Linie am Flughafen Wien auswirken und dem Cayman Investor so
mindestens 20 Millionen Euro Dividenden sichern.

Die Luftfahrt ist steuerlich bereits hoch subventioniert: Kerosin
ist steuerfrei und internationale Flüge umsatzsteuerbefreit. Jetzt
soll auch noch die lächerlich geringe Flugabgabe reduziert oder gar
abgeschafft werden, während bei Sozialleistungen und Klimaprojekten
gespart wird.