Wien (OTS) – Die Zahl der beim AMS Wien als arbeitslos vorgemerkten
Personen ist
im Mai 2026 im Jahresvergleich um 2 Prozent auf 121.539 angestiegen,
die der AMS-Kundinnen und -Kunden in Schulung um 9,9 Prozent auf
33.910 zurückgegangen. Die Summe beider Gruppen ist um damit um 0,8
Prozent kleiner geworden.
Die Zahl der über 50-Jährigen, die arbeitslos oder in Schulung
sind, ist um 3,7 Prozent gestiegen, die der unter 25-Jährigen um 4,7
Prozent gesunken.
Die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Personen, also jener,
die seit mehr als einem Jahr auf Jobsuche sind, ist im
Jahresvergleich um 6,8 Prozent größer geworden. „Das ist zwar mehr,
als wir uns wünschen würden, aber der Zuwachs liegt deutlich unter
jenem in fast allen anderen Bundesländern“, sagt AMS-Wien-Chef
Winfried Göschl.
Während – übrigens nur in Wien – die Zahl der
langzeitbeschäftigungslosen Männer gleichgeblieben ist, ist jene der
Frauen um fast 16 Prozent gewachsen. „Das steigende
Pensionsantrittsalter der Frauen dürfte hier eine entscheidende Rolle
spielen“, ist Göschl überzeugt.
Das AMS Wien hat sein seit 2023 laufendes Pilotprojekt „Schritt
für Schritt“ für die Vermittlung von Menschen, die länger als fünf
Jahre arbeitslos waren, begleitend evaluieren lassen. „Unser Ziel war
es, die Ursachen so langer Arbeitslosigkeit zu klären und nachhaltige
Wege zurück in die Beschäftigung zu eröffnen“, sagt der AMS-Wien-
Chef. Im Zentrum des Projekts steht ein bis zu drei Jahre dauerndes
Casemanagement mit enger persönlicher Begleitung, individueller
Planung und einer sechsmonatigen Nachbetreuung nach der
Arbeitsaufnahme, ergänzt etwa durch niederschwellige Qualifizierungen
bis hin zu direktem Zugang zu Psychotherapie ohne lange Wartezeiten.
„Die Ergebnisse der Arbeit mit dieser Personengruppe, die es auf
dem Arbeitsmarkt sehr schwer hat, stimmen uns zuversichtlich“, sagt
Göschl: „Von allen bis Ende 2025 abgeschlossenen Fällen konnte ein
Viertel in ein Dienstverhältnis wechseln, das Bestand hatte – von
diesen sogar mehr als 80 Prozent am ersten Arbeitsmarkt.“ Das ist –
angesichts einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit von acht Jahren
bei den Betroffenen – ein beachtlicher Erfolg. „Wir haben uns daher
entschlossen, das Projekt mit heuer in unser Regelangebot zu
übernehmen“, sagt Göschl.
Nach wichtigen Branchen betrachtet, ist die Arbeitslosigkeit im
Mai im Einzelhandel um 6,3 Prozent und in der Warenproduktion um 6,9
Prozent gestiegen. Im Bau ist sie um 3,7 Prozent gesunken, in der
Hotellerie und Gastronomie gleichgeblieben.
Die Wiener Unternehmen haben dem AMS Wien im Laufe des Monats Mai
9.299 offene Stellen zur Besetzung gemeldet, das sind um 12 Prozent
mehr als im Mai 2025.