Wohnen

BM Holzleitner zum Weltverhütungstag: „Verhütung ist gemeinsame Verantwortung, die Kosten tragen aber meist Frauen allein“

Wien (OTS) – Anlässlich des Weltverhütungstages am 26. September
weist
Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung Eva-Maria
Holzleitner auf die ungleiche finanzielle Belastung bei der Verhütung
hin. Laut Verhütungsbericht tragen 50 Prozent der Frauen in
Österreich die Kosten für Verhütungsmittel allein, nur 27 Prozent
teilen sie sich mit ihrem Partner.

„Verhütung betrifft beide. Die Rechnung landet aber viel zu oft
nur bei den Frauen. Das ist nicht nur ungerecht, sondern trifft
Frauen doppelt: Bei einem Gender-Pay-Gap von noch immer fast 18
Prozent zahlen sie mit weniger Einkommen mehr für etwas, von dem
beide profitieren“, so Holzleitner, die dabei auf die laufende
Kampagne „Gerecht oder Geschlecht?“ des Bundesministeriums für
Frauen, Wissenschaft und Forschung hinweist, die diese Problematik
aufgreift.

Wie stark die Kosten das Verhalten beeinflussen, zeigt die
Bedarfserhebung im Bericht: 36,6 Prozent der Frauen würden ihr
Verhütungsverhalten ändern, wenn die Kosten übernommen würden. „Mehr
als jede dritte Frau verhütet also nicht so, wie sie es eigentlich
möchte, sondern so, wie es ihr Budget zulässt“, betont die
Ministerin. „Nicht die Leistbarkeit sollte darüber entscheiden, wie
eine Frau verhütet, sondern die individuellen Bedürfnisse. Diese
Entscheidung sollte eine Frau in Absprache mit ihrem Arzt oder ihrer
Ärztin treffen, denn es geht dabei um Selbstbestimmung und
Gesundheit.“

Einen ersten wichtigen Schritt hat die Bundesregierung bereits
gesetzt: Seit 1. Jänner 2026 fällt auf Verhütungsmittel und
Menstruationsprodukte keine Umsatzsteuer mehr an. „Das war längst
überfällig. Verhütung und Periodenprodukte sind kein Luxus, sondern
Grundbedarf. Die Streichung der Umsatzsteuer entlastet Frauen jeden
Monat spürbar“, so Holzleitner.

Abschließend nimmt Holzleitner ausdrücklich auch die Männer in
die Pflicht: „Verhütung ist keine reine Frauensache. Wer gemeinsam
Verantwortung für die Familienplanung trägt, trägt sie auch bei den
Kosten. Der Zugang zu Verhütung darf keine Frage des Einkommens sein,
und schon gar nicht eine, die Frauen allein beantworten müssen.“