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Der Regenwald ist weit. Der Zoo um die Ecke.

Berlin (OTS) – Bei manchen Tierarten, wie zum Beispiel dem Vietnam
Sika Hirsch, der
Mendesantilope oder dem Spix-Ara leben aktuell in menschlicher Obhut
etwa genauso viele oder sogar mehr Tiere als in der Natur. Zoos
werden so zur letzten Zuflucht. Einige Tierarten existieren heute
noch – weil Zoos sie erhalten haben. Darunter die Arabische Oryx, die
Säbelantilope und die Soccorotaube. In der Natur waren sie längst
verschwunden. Das zeigt, wozu wissenschaftlich geführte Zoos in der
Lage sind, wenn Schutz, Zucht und Forschung konsequent
zusammenwirken. Weitere Tierarten sind dank der Bemühungen der Zoos
wieder in der Wildnis zu finden oder ihr Bedrohungsstatus hat sich
verbessert.

Am Tag der Biologischen Vielfalt, am 3. März, richtet sich der
Blick auf den Zustand der Artenvielfalt weltweit: Arten verschwinden,
Ökosysteme verlieren an Stabilität und damit geraten auch die
natürlichen Grundlagen von Ernährung, Wasserhaushalt und Klimabalance
unter Druck. Der Verlust vollzieht sich schleichend – und genau das
macht ihn so schwer greifbar. Das wirft eine Frage auf, die über den
World Wildlife Day hinausreicht: Was braucht unsere Gesellschaft, um
die biologische Vielfalt zu erhalten?

„Forschende belegen seit Jahren eine zunehmende Entfremdung von
Natur in städtischen Gesellschaften“, sagt Volker Homes,
Geschäftsführer des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ). „Wo
unmittelbare Naturerfahrung fehlt, wächst Distanz – und aus Distanz
wird Gleichgültigkeit und manchmal steigert sich das sogar in die
Angst vor der Natur, die sogenannte Biophobie. Zoos können diesen
Kreislauf durchbrechen. Sie sind für Millionen Menschen direkt
erreichbar und machen biologische Vielfalt konkret erfahrbar.“

Für viele Kinder ist der Zoo der erste Ort, an dem sie
Artenvielfalt nicht digital vermittelt, sondern unmittelbar erleben:
ein Tier, ein Blick, ein Moment des Staunens, der Wissen und
emotionale Bindung zugleich schafft. Die 71 Mitgliedszoos des
Verbandes der Zoologischen Gärten erreichen jährlich mehr als 42
Millionen Besucherinnen und Besucher. Jährlich nehmen rund 1,2
Millionen Besucherinnen und Besucher an mehr als 170.000 speziellen
Bildungsangeboten teil.

Dabei reicht die Arbeit dieser Zoos weit über den Besuchsbetrieb
hinaus. Die Mitgliedszoos des VdZ leiten 140 internationale
Zuchtprogramme zum Erhalt bedrohter Arten, wildern jährlich rund 500
Wirbeltiere aus mehr als 20 Arten in Europa aus und engagieren sich
mit Personal, Expertenwissen und Sachspenden in mindestens 155 Natur-
und Artenschutzprojekten in 55 Ländern. In den vergangenen fünf
Jahren haben sie mehr als 50 Millionen Euro in Natur- und
Artenschutzprojekte investiert. Über 200 Tierarten sind durch
internationale Schutzmaßnahmen, an denen auch Zoos beteiligt sind,
heute weniger gefährdet als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Dass diese Arbeit gesellschaftlich verankert ist, zeigt eine
repräsentative Forsa-Umfrage: 93 Prozent der Deutschen finden es
wichtig, dass Zoos bedrohte Tierarten erhalten. Artenschutz ist
Daseinsvorsorge – Grundlage von Lebensqualität, wirtschaftlicher
Resilienz und der langfristigen Handlungsfähigkeit von
Gesellschaften. Zoos tragen dazu bei, indem sie Wissen, Nähe und
Verständnis in die Breite der Gesellschaft bringen.

Auch am World Wildlife Day 2026 öffnen die 71 Mitgliedszoos des
VdZ in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien ihre Türen –
für Familien, Schulklassen und alle, die verstehen wollen, was auf
dem Spiel steht.