Familienbund: Von Bildschirmfrei bis Drei zu digital kompetent

Wien/St. Pölten (OTS) – Internationale Meta-Analysen zeigen
übereinstimmend, dass
qualitätsgesicherte Elternbildungsangebote die Erziehungskompetenz
stärken, die Eltern-Kind-Beziehung fördern und familiären Belastungen
vorbeugen können. Besonders wirksam sind frühe, niederschwellige und
kontinuierliche Angebote für Familien.

Familienbund-Präsidentin Johanna Jachs und Medien- und
Elternbildungsexpertin Marietheres van Veen haben in einem
Pressegespräch auf die Bedeutung von Elternbildung gerade im Bereich
von digitalen Medien hingewiesen.

„Schau hin – Verantwortung leben“ lautet das Jahresmotto des
Österreichischen Familienbundes. „Kaum ein Bereich macht deutlicher,
wie wichtig dieser Leitsatz ist, als das Elternsein. Kinder brauchen
Erwachsene, die hinschauen, zuhören, gut begleiten und Verantwortung
übernehmen. Gerade in einer Zeit, in der digitale Medien immer früher
in den Familienalltag einziehen, sind Eltern mehr denn je gefordert,
ihre Kinder aufmerksam, liebevoll und kompetent zu begleiten“, stellt
die Familienbund-Präsidentin fest.

„Digitaler Konsum beginnt bereits im frühen Kindesalter, oft
schon vor Drei“, bestätigt Marietheres van Veen und führt aus:
„Bildschirmfrei bis Drei kann Eltern eine wichtige Orientierung
geben. Entscheidend ist aber auch, was danach kommt: Kinder brauchen
Eltern, die sie sicher durch die digitale Welt begleiten können .
Familien brauchen Orientierung, Wissen und Unterstützung.
Elternbildung stärkt Familien genau dort, wo sie vor alltäglichen
Herausforderungen stehen.“

„Elternbildung soll ein selbstverständlicher Bestandteil der
Begleitung von Familien werden. Der Familienbund schlägt vor,
Elternbildungsmodule im Eltern-Kind-Pass zu verankern und durch
Anreize – etwa eine Bonuszahlung für absolvierte Angebote – attraktiv
zu machen. Wer sich Zeit für Elternbildung nimmt, investiert in die
Entwicklung seiner Kinder und in ein gelingendes Familienleben“,
fordert Johanna Jachs im Namen des Österreichischen Familienbundes
und erklärt: „ Eltern brauchen fundierte Informationen und praxisnahe
Unterstützung, um ihre Kinder sicher durch die digitale Welt
begleiten zu können. Elternbildung muss deshalb österreichweit
ausgebaut werden.“

Die Expertin van Veen ergänzt: „Das digitale Zeitalter stellt
Familien vor neue Herausforderungen. Die elterliche Aufsichtspflicht
endet nicht am Bildschirm. Medienerziehung ist ein langfristiger
Prozess – vergleichbar mit Verkehrserziehung.“

„ Unabhängig vom Wohnort sollen Familien Zugang zu
qualitätsvollen Unterstützungs- und Bildungsangeboten haben.
Elternbildung darf keine Frage der Postleitzahl sein “, schließt
Johanna Jachs.