Kärnten (OTS) – Es ist millimetergenaue Präzisionsarbeit, wenn ein
81-Meter-langer
Spezial-Schwertransporter durch die Stadt Spittal zwischen Häusern,
durch Engstellen und Kreisverkehre manövriert, um dann über die
Bundesstraße zu seinem Zielort, dem Umspannwerk (UW) Malta Hauptstufe
der Austrian Power Grid (APG) zu gelangen.
Die kostbare Fracht war der neue Großtransformator RHU2 aus dem
Siemens Energy-Werk in Weiz, ein Stromriese mit einer Länge von knapp
13 Metern, vier Metern Breite und 4,6 Metern Höhe. Knapp 290 Tonnen
bringt der Transformator auf die Waage; nach der Fertigstellung im UW
Malta wiegt er mit 397 Tonnen weitere rund hundert Tonnen mehr.
Der Transport eines Trafos stellt alle Beteiligten immer vor
große Herausforderungen. Etwa ein halbes Jahr vorher wird mit den
Vorbereitungen rund um Planung und Genehmigungen begonnen, damit am
Tag x der Transport präzise über die Bühne gehen kann. Der
Transformator RHU2 für das UW Malta wurde über das Schienennetz von
Weiz zum Bahnhof in Spittal gebracht und unter präzisestem Einsatz
des Transportteams von den Schienen auf einen Spezial-Schwerlastwagen
mit Tragschnabelbrücke, zwei Zugmaschinen (je 600 PS stark) und
insgesamt 32 Achsen verladen.
Die dreistündige Fahrt stellte das Transportteam vor allem bis zur
Stadtausfahrt von Spittal vor anspruchsvolle Aufgaben. Vom temporären
Abbau zahlreicher Verkehrsschilder, über das „falsche“ Einfahren in
den Kreisverkehr über die Gegenfahrbahn, um den 81-Meter-langen
Transport behutsam durch die engen Rundungen zu manövrieren, bis zum
Aufdrehen und 90-Grad-Verschwenken einer Ampel in der Tirolerstraße
reichten die Anforderungen.
Trafo-Tausch hält Versorgungssicherheit aufrecht
Im November wird der neue RHU2 in Betrieb genommen und den alten,
bereits störanfälligen Transformator ersetzen. Wolfgang Ranninger,
Projektleiter für dieses APG-Projekt, informiert: „Die beiden
Transformatoren im UW Malta sind 50 bzw. 48 Jahre alt und am Ende
ihrer Lebensdauer angelangt. Wir müssen diese beiden bestehenden
220/110-kV-Regelhauptumspanner RHU1 und RHU2 gegen zwei neue 220/110-
kV-Regelhauptumspanner mit jeweils 270 Megavolt-Ampere Leistung
ersetzen.“ Nach umfangreichen Aufbauarbeiten vor Ort ab Mittwoch, 2.
September, und den erforderlichen technischen Prüfungen wird der neue
Transformator Ende November 2026 in Betrieb genommen. Der zweite
Trafo, RHU 1, wird im kommenden Jahr getauscht.
„Das UW Malta ist ein wesentlicher Abstützungspunkt für die regionale
Netzabstützung des 110-kV-Verteilnetzes der Kärnten Netz GmbH für den
Oberkärntner Raum. Die Erneuerung der Transformatoren ist ein sowohl
nötiger als auch wichtiger Schritt zur Aufrechterhaltung der
Versorgungssicherheit in der Region“, so Ranninger.
Derzeit drei Netzabstützungen in Kärnten
Derzeit gibt es in Kärnten drei 220/110-kV-Netzabstütungen
zwischen dem österreichweiten Übertragungsnetz der APG und dem
Verteilnetz der KNG-Kärnten Netz GmbH, das den Strom direkt zu den
Haushalten und Betrieben bringt: die APG-Umspannwerke Malta und
Obersielach sowie das APG/KNG-Umspannwerk Villach.
Die 220-kV-Schaltanlage des Umspannwerks Malta dient der
Einbindung der Kraftwerksgruppe Malta der Verbund Hydro Power GmbH (
VHP) sowie der regionalen Netzabstützung des 110 kV-Netzes der
Kärnten Netz GmbH (KNG) über die beiden 220/110 kV-
Regelhauptumspanner RHU1 und RHU2. Über die 110 kV-Schaltanlage wird
das 110 kV-Verteilnetz der KNG weitere Kraftwerke der VHP und Kelag
eingebunden.
Über Austrian Power Grid ( APG )
Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verantwortet Austrian
Power Grid (APG) die sichere Stromversorgung Österreichs. Mit unserer
leistungsstarken und digitalen Strominfrastruktur, sowie der
Anwendung von State-of-the-art-Technologien integrieren wir die
erneuerbaren Energien und reduzieren somit die Importabhängigkeit,
sind Plattform für den Strommarkt, schaffen Zugang zu preisgünstigem
Strom und bilden so die Basis für einen versorgungssicheren sowie
zukunftsfähigen Wirtschafts- und Lebensstandort. Das APG-Netz
erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.500 km, welches das
Unternehmen mit einem Team von rund 1.000 Spezialist:innen betreibt,
instand hält und laufend den steigenden Anforderungen der
Elektrifizierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie anpasst.
Über die Steuerzentrale in Wien wird ein Großteil der insgesamt 67
Umspannwerke, die in ganz Österreich verteilt sind, remote betrieben.
Auch 2025 lag die Versorgungssicherheit, dank der engagierten
Mitarbeiter:innen, bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten
Spitzenfeld. Unsere Investitionen in Höhe von 680 Millionen Euro 2026
(2025: 595 Mio., 2024: 440 Mio., 2023: 490 Mio. Euro) sind
Wirtschaftsmotor und wesentlicher Baustein für die Erreichung der
Energieziele Österreichs. Insgesamt wird APG bis 2034 rund 9
Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau investieren.
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