Wien (OTS) – “Werden bezahlte und unbezahlte Arbeit zusammengezählt,
arbeiten
Frauen mehr als Männer – dennoch sind viele im Alter von Armut
bedroht.” Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März macht die
Österreichische Armutskonferenz auf die strukturelle
Benachteiligungen insbesondere im Bereich der bezahlten und
unbezahlten Care-Arbeit aufmerksam. Frauen leisten nach wie vor den
Großteil der Sorgearbeit in Pflege, Betreuung und Haushalt. Diese
Arbeit ist gesellschaftlich unverzichtbar, wird aber schlecht bezahlt
oder gar nicht entlohnt – und weder als Teil der Wirtschaft noch als
Wertschöpfung anerkannt. Eine Vorstellung von Wirtschaft, die fast
ausschließlich den For-Profit-Sektor sieht, blendet diese Leistungen
systematisch aus – mit gravierenden Folgen für die ökonomische
Absicherung von Frauen.
Zwtl.: Budgetkürzungen auf Kosten der Frauen?
Die Armutskonferenz ruft die Regierung auf, ein Budget zugunsten,
nicht auf Kosten von Frauen zu beschließen. Das anvisierte
Doppelbudget darf die Unterstützungsnetze für armutsgefährdete Frauen
nicht weiter kürzen. “Wir warnen vor drohenden Einschnitten bei
Förderungen von Beratungsstellen, Arbeitsmarkt-Projekten oder
Initiativen, die einkommensarmen Frauen zu Gute kommen.”
Zwtl.: Neues „Wirtschaften“ für echte Gleichstellung
Der häufige Appell, Frauen sollten einfach in besser bezahlte
technische Berufe wechseln, greift zu kurz. Denn er ignoriert die
zentrale Frage, wer dann die ohnehin schon unter massivem
Personalmangel leidende Care-Arbeit leisten soll.
Die Armutskonferenz fordert daher ein Umdenken: Wirtschaften heißt,
sich an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten. Care-Arbeit ist
keine Nebensache, sondern die Grundlage dafür, dass alle anderen
wirtschaftlichen Tätigkeiten überhaupt möglich sind.
Konkret braucht es eine deutlich bessere Bezahlung von Care-Berufen
und faire strukturelle Rahmenbedingungen – wie zB eine allgemeine
Arbeitszeitverkürzung – damit unbezahlte Sorgearbeit gerechter
zwischen den Geschlechtern verteilt wird. Wo diese Aufteilung nicht
möglich ist, sind strukturelle Änderungen unabdingbar. Nur so kann
Frauenarmut wirksam bekämpft und echte Gleichstellung am Arbeitsmarkt
erreicht werden.
Dafür sind politische Prioritäten nötig, die den realen
Lebensverhältnissen von Frauen, Männern und Kindern entsprechen – und
nicht länger Verhältnisse stützen, die auf Kosten derjenigen gehen,
die unsere Gesellschaft tagtäglich am Laufen halten, so die
Armutskonferenz abschließend.