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„Universum Spezial: Das große Herz Amerikas – Die Great Plains“ am 9. Juni um 21.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON

Wien (OTS) – Sie erstrecken sich von Kanada im Norden bis nach Texas
in den
südlichen Vereinigten Staaten, an der Grenze zu Mexiko: die Great
Plains. Diese weiten Ebenen waren einst Lebensraum der Stämme der
amerikanischen Ureinwohner sowie der Bisons, die millionenfach durch
die weiten Ebenen streiften. Heute lebt die indigene Bevölkerung
teils in Reservaten, die Zahl der Bisons ist dramatisch
zurückgegangen. Die Tatsache, dass es sie überhaupt noch gibt, grenzt
an ein Wunder: Ende des 19. Jahrhunderts waren sie beinahe
ausgestorben. Doch jetzt sorgt ein neues Bewusstsein für einen
Schulterschluss von Naturschutzorganisationen, Ureinwohnerinnen und
Ureinwohner und sogar Landwirtschaftsunternehmen. Die Great Plains
der Vergangenheit sollen, zumindest im Kleinen, wieder auferstehen.

Im Vorfeld der Fußball-WM 2026, die in Kanada, den Vereinigten
Staaten und Mexiko ausgetragen wird, zeigt ein „Universum Spezial“ am
Dienstag, dem 9. Juni 2026, um 21.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON
einen der beeindruckendsten und auch international bedeutendsten
Naturräume des amerikanischen Kontinents. Dabei geht es auch um die
bewegte Geschichte dieser Ebenen, um die Menschen, die hier leben,
und um die Bemühungen, diesen einzigartigen Lebensraum zu retten.

Für Kenneth „Tuffy“ Helgeson, auch als Singender Adler bekannt,
geht es um mehr als nur Naturschutz – es geht um die Identität ganzer
Völker, die vor Jahrhunderten dem Kolonialismus der europäischen
Siedler zum Opfer fielen. Auch Jason Baldes, vom Stamm der Shoshonen,
sieht in der Wiederansiedlung der Bisons eine Chance, entstandene
Schäden an Natur und Mensch wieder gutzumachen. Die Siedler, die sich
nach der Lewis-und-Clark-Expedition von 1804 über die Great Plains
ausbreiteten, begannen im großen Stil, die tief verwurzelte
Vegetation zu zerstören und Landwirtschaft zu betreiben. Das
Ökosystem der weiten Ebenen wurde grundlegend verändert. Während der
„Indianerkriege“ Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Bisons, die als
Lebensgrundlage der indigenen Stämme dienten, aus ebendiesem Grund an
den Rand ihrer Existenz gejagt. Ihre Zahl ging von rund 60 Millionen
auf weniger als eintausend zurück. Wenige Jahrzehnte später wurden
die Konsequenzen dieses Handelns spürbar. 1934 sorgten Dürre und
Windstürme für die größte Naturkatastrophe, die der amerikanische
Kontinent je erlebt hatte: die „Dust Bowl“. Aufgrund der Erosion, die
der Mensch verursacht hatte, erhoben sich riesige Staubwolken in die
Lüfte. Die Folgen waren Atemwegserkrankungen, Fluchtbewegungen und
Hungersnot.

Trotzdem wird die Ausbeutung der Landwirtschaft bis heute
vorangetrieben. Organisationen wie American Prairie versuchen
dagegenzuhalten und haben sich mit den indigenen Völkern
zusammengetan, um die ursprüngliche Natur der Great Plains zumindest
in einigen Regionen wiederherzustellen. Unterstützung kommt dabei von
manchen Großgrundbesitzerinnen und -besitzern, wenn auch viele
Rancher den Naturschutzbemühungen skeptisch gegenüberstehen.

In erster Linie geht es darum, die Bisons, die einst hier so
zahlreich waren, wiederanzusiedeln. Sie gestalteten den Lebensraum
der Prärien, indem sie Böden verdichteten, Pfützen entstehen ließen
und so das Wachstum von Insekten, Pflanzen und anderen Lebewesen
unterstützten. Die Verteilung der Samen, die sich in ihrem Fell
sammelten, sorgte für die Verbreitung von Pflanzenarten. Das alles
kam einer Vielzahl von Tierarten zugute. Dazu gehörten u. a.
Präriehunde, Schwarzfußiltisse sowie viele Vogelarten. Sie alle
litten unter dem Verschwinden der Bisons. Mit der Rückkehr dieser
Schlüsselspezies soll hier die natürliche Balance wiederhergestellt
werden – was auch den großen Raubtieren wie Bären und Wölfen
zugutekommen wird.

Noch ist es ein weiter Weg, doch die ersten Erfolge sind
vielversprechend. In dem preisgekrönten Film von Regisseur Thierry
Robert werden die vielen Zusammenhänge, die das Leben in den Great
Plains prägen, beleuchtet. „Universum Spezial“ zeigt nicht nur die
eindrucksvolle Natur dieser Ebenen, die sich über das Herz des
amerikanischen Kontinents von Kanada bis nach Mexiko erstrecken; es
dokumentiert auch die Kultur der indigenen Völker sowie die
Bemühungen vieler Menschen, diesen großen, wilden Teil des
amerikanischen Kontinents für zukünftige Generationen zu bewahren.